Die Festschrift der OG Salzburg

 

Die Gründung - 1957

Haupttor Scwarzenbergkaserne 1957

Haupttor Schwarzenbergkaserne 1957

Schon seit dem Jahre 1953 fanden in Salzburg periodische Zusammenkünfte von Offizieren statt. Die Initiative dazu war von einer Gruppe meist jüngerer Offiziere des ersten Bundesheeres ausgegangen, die sich seit mehreren Jahren regelmäßig im ,,Hotel Kasererbräu“ getroffen hatten. Leiter dieser Veranstaltungen war, nach der Übersiedlung von Obstlt Möller nach Amerika, Obstlt iG aD Vital. Bereits damals fanden sich bei solchen Zusammenkünften Offiziere aller Kategorien ein. Aus der k.u.k. Armee, dem 1. Bundesheer, der deutschen Wehrmacht, aus dem Ruhestand, außer Dienst und der Reserve. Nach dem Inkrafttreten des Staatsvertrages, im Jahre 1955, wurden diese Veranstaltungen in den Dienst der fachlichen Fortbildung gestellt und man begann im November 1955 mit der systematischen Abhandlung militärischer Themen. Man beschloß die Gründung einer Offiziersvereinigung, nach dem Muster der Schweizerischen Offiziersgesellschaft. Der Grundgedanke dabei war, daß im Zeitalter des totalen Krieges im Ernstfall das ganze Land in Verteidigungszustand versetzt werden müßte und dem Heere selbst nur die Funktion einer operativen Reserve zukomme. Die in einem solchen Verteidigungsfall benötigten zahlreichen Führer könnten nur zu einem kleinen Teil von Berufsoffizieren gestellt werden. Die Mehrzahl müßte aus dem Kreis der Reservisten oder sonstiger nichtaktiver Offiziere genommen werden. Gerade deshalb wäre es wichtig, diese im Rahmen einer freiwilligen Organisation fortzubilden, wie es auch in der Schweizerischen Offiziersgesellschaft geschieht.

Die Verwirklichung dieses Gedankens wurde von einem Proponentenkomitee übernommen, dem Staatssekretär a.D. Obst dRes Stepski-Doliwa, GLt aD Wittas und Mjr aD Sauer-Nordendorf angehörten. Federführend war GLt aD Wittas. Obst Dr. Paumgartten nahm es auf sich, die Leitgedanken der Vereinigung, die man zu gründen beabsichtigte, dem Leiter des damaligen Staatsamtes für Landesverteidigung, Hofrat Dr. Liebitzky, vorzutragen. Dieser erklärte sich grundsätzlich damit einverstanden, bat jedoch, die Organisation nicht auf Salzburg zu beschränken. Man sollte vielmehr versuchen, Interessenten in allen Bundesländern zu gewinnen und gemeinsam einen Statutenentwurf auszuarbeiten. Dieser Bitte wurde mit einem Rundschreiben vom 14. Juni 1956 an die damaligen Oberstleutnante bzw. Majore Leeb (Wien), Knotzer (Eisenstadt), Waldmüller (Linz), Brunner (Innsbruck), Duic (Graz), Gerstmann (Klagenfurt) und Pridun (Bregenz) entsprochen. Aufgrund der positiven Stellungnahmen wurde im September ein zweiter Entwurf ausgearbeitet und zur neuerlichen Begutachtung ausgesandt. In diesem zweiten Rundschreiben waren besonders Ratschläge und Anregungen des Vereinsreferenten im Bundesministerium für Inneres, Obstlt aD Sektionsrat Dr. Skarwada, berücksichtigt worden. So war vor allem eine Statutenteilung in solche für den Dachverband und für die einzelnen Landesgesellschaften vorgenommen worden.

Nach diesen Vorarbeiten konnte die ,,Offiziersgesellschaft Salzburg“ bei der Vereinsbehörde angemeldet werden. Die konstituierende Generalversammlung fand am 21. Februar 1957 im ,,Hotel Pitter“ in Salzburg statt. Als erste Interessenten hatten bereits am 29. November 1956 32 Herren ihre Mitgliedschaft angemeldet. Am Tag der Generalversammlung war die Mitgliederzahl schon auf 75 angestiegen.

Aufgrund einer Weisung des Ministeriums mußte man vorläufig auf die aktive Mitarbeit der höheren Offiziere verzichten. Nachdem also die Absicht des Gründungskomitees, die Leitung der Gesellschaft in die Hände der militärischen Kommandanten zu legen, fürs erste mißlungen war, wählte man folgenden Vorstand:

Präsident:
GLt Wittas

Vizepräsident:
GM Bacher

Schriftführer:
Mjr aD ORgR Kwisda

Stellvertreter:
Mjr aD Sauer-Nordendorf

Kassier:
Obst dlntD Dr. Lücker
(nach dessen baldigen Ableben dann Olt aD Heina)

Eine Aussendung vom 25. Jänner 1957 hatte die anderen Landesvertretungen von der stattgefundenen Konstituierung orientiert und sie gleichzeitig aufgefordert, ähnliche Gesellschaften zu gründen. In die Korrespondenz des Gründungskomitees waren, außer den bereits genannten Herren, noch folgende Oberste und Oberstleutnante getreten: Im Ministerium die Oberste Fussenegger und Paumgartten, Reichel in Wien, Zejdlik in Krems, Forenbacher in Graz und Lütgendorf in Klagenfurt.

Dem Gesetz nach bestand also nun die erste Offiziersgesellschaft. Die Unterstützung des Bundesministeriums für Landesverteidigung mußte aber erst erkämpft werden. Nach einer persönlichen Aussprache des Vorsitzenden, GLt aD Wittas, mit Minister Graf am 26. November 1957 wurde die Förderung der Offiziersgesellschaften aufgrund der unterbreiteten Vorschläge vom Ministerium befohlen (Erl.Zl. 71.143, Präs./I 1957).

In den übrigen Bundesländern ging die Aufstellung der Offiziersgesellschaften nur sehr langsam vor sich. Noch im Jahre 1957 folgten Oberösterreich, Obst Klomser, und Niederösterreich, Obst aD HR Colerus. Leider zeigte man gerade in Wien anfänglich wenig Interesse an der Gründung einer Offiziersgesellschaft. Auf die Bitte des Salzburger Vorsitzenden hin entschloß sich der GdA Dr. Liebitzky, der eben in den Ruhestand getreten war, die Sache persönlich in die Hand zu nehmen. Ende 1958 wurden die Vereinsstatuten sowohl der Landesgesellschaften als auch des Dachverbandes durch Sektionsrat Dr. Kolb im Bundesministerium für Landesverteidigung umgearbeitet. Die wesentlichen Punkte blieben jedoch unverändert. Der Präsident der Salzburger Gesellschaft erhielt bei diesem Anlaß Gelegenheit zur Stellungnahme. Seinen Vorschlägen wurde in der Mehrzahl der Fälle Folge geleistet.

GLt Wittas legte, getreu seiner Absichten, die Leitung der Offiziersgesellschaften den aktiven Offizieren zu überlassen, nach dem Ablauf der ersten Funktionsperiode, im Januar 1959 sein Amt nieder. Schon vorher hatte er die Zustimmung des Ministers für die Wahl des Salzburger Brigadekommandanten Obstlt Birsak zu seinem Nachfolger erwirkt.

In den Jahren 1958 und 1959 waren dann auch die Offiziersgesellschaften in Wien, Burgenland und Tirol, 1960 in der Steiermark und in Vorarlberg sowie der Dachverband gegründet worden. Als letzte erfolgte, anfangs 1961, die Konstituierung der Offiziersgesellschaft Kärnten.

 

Die Gründungsmitglieder

Obst iG a.D. Josef Bachmayer

DDr. Univ. Prof. Peter Berger

Obst dRes Franz Bruckbacher

Rtm a.D. Guido Graf Della Scala

Olt a.D. Erich Felbinger

GM Eduard Fournier

Rtm a.D. Anton Gasslhuber

Obst a.D. Erich Haas-Ehrenfeld

Obst dRes Max Herdey

Mjr a.D. Dr. Herbert Hodurek

Obst a.D. Oskar Hörl

Oblt a.D. Hermann von Ingram

Obst a.D. Emanuel Kalliari-Kallian

Lt a.D. Albert Kaserer

Mjr a.D. Hanns Georg Kwisda

Mjr dRes Hans Lötz

GM a.D. August Marcinkiewicz

Oblt a.D. Julius Pewny

Hptm a.D. Kurt Popper

Obst a.D. Carl Pullmann

Prof. i.R. Sepp Ringler

Mjr a.D. Egon Sauer-Nordendorf

Prof. Franz Schmid

GM dRes Josef Schmidberger

Hptm a.D. Dr. Wilhelm Schobersberger

Oblt a.D. Ing. Walter Siber

Obst dRes Ludwig Stepski-Doliwa

Obst a.D. Wilhelm Teuber-Weckersdorf

Mjr a.D. Sepp Weilhartner

I.R. Werner

GLt a.D. Paul von Wittas

Lt Gottfried Zauner